Küstenatelier

Über mich und meinen Weg ins Küstenatelier

Malerin,
Küstenatelier

 

Hallo,
schön,  dass wir uns hier treffen, meine Name ist Birgit,  ich wurde 1963 in Emden geboren und lebe nun seit über 25 Jahren im Landkreis Aurich. Dass ich hier meine Arbeiten zeigen kann, verdanke ich meinem Schatz, mit dem ich seit 1985 glücklich verheiratet bin, er gestaltete mir diese Seite…
“Danke Dedi du bist der Beste, mein Fels in der Brandung!” 

Wir haben zwei einzigartige Söhne (aber das sagt wahrscheinlich jede Mutter über ihre Kinder). Und zwischenzeitlich ich bin auch schon zweifache, überglückliche Großmutter und ich muss sagen, es gibt nicht Schöneres als diese kleinen Stinker aufwachsen zu sehen. 

In meinem kleinen Atelier genieße ich es sehr die Farben zu mischen und neue Motive auf die Leinwand zu bringen aber ebenso gerne sitze ich mittlerweile auch wieder an der Nähmaschine um schöne und nützliche Dinge zu nähen.

Jetzt hab ich auch noch einen Plotter geschenkt bekommen und nun sind meiner Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt.

Es ist schon praktisch wenn man Enkelkinder hat die man benähen, und deren Zimmer man mit Bilder und Dekoartikel ausstatten kann. 

Gemalt habe ich schon als kleines Kind,  oft habe ich bei Weihnachtsgewinnspielen der Emder- Kaufleute mitgemacht, wo das schönste Weihnachtsbild einen Preis gewann, dort habe ich des Öfteren gewonnen. Dann in der Schule war selbstverständlich Kunst mein Lieblingsfach… und auch später malte ich, wo immer ich einen Stift zwischen die Finger bekam. Irgendwann vor ein paar Jahren kaufte ich mir, auf drängen meines Mannes, Leinwand und Ölfarbe. Und so fing alles an… ich versuchte verschiedene Techniken aus  meist Öl- u. Acrylfarben, ab und an auch mit Bleistift und Pastellkreide.
Wobei ich das Malen mit einem Pinsel aber bevorzuge.
Um meine Fertigkeiten in der Malerei zu verfeinern, besuchte ich vor einigen Jahren einige Stunden die Malschule von Richard Lux in Großefehn (Ölmalerei). Es folgten zwei Seminare in Pastellkreide bei Rolf Harms WHV.
Bei dem Kunstmaler Gerhard Kassmann in Neermoor nahm ich einige Stunden Privatunterricht,  bei ihm konnte und kann ich mir tiefgründigeres Wissen in Acryl- und Ölmalerei, aber auch allen anderen Maltechniken aneignen. Gerhard darf ich immer mit Fragen löchern, er ist mein Meister!

Für meine Malerei baute mir mein Schatz natürlich auch eine Internetseite, es entstand für mein Hobby “Malen” die Seite “Gezeitenmalerei” 

In meinem kleinen Mal-Atelier fühlte ich mich einfach wohl und malte also fleißig vor mich hin.

Ja und dann kam im März 2020 Corona, ein Virus das die Welt nicht braucht.

Durch Corona wurde mein fast vergessenes Interesse an der Näherei ganz plötzlich wieder geweckt. Es hatte lange Zeit in mir geschlummert, denn eigentlich war ich von Kindesbeinen an mit dem Nähen aufgewachsen. Schon damals schaute ich mit großem Interesse meiner Großmutter und Mutter beim Nähen über die Schulter. Ich bekam sogar eine Kindernähmaschine, mit der ich meine Puppen benähte. Also tat ich es meiner Großmutter und Mutter, die für meine Geschwister und mich alles an Kleidung nähten, nach.  Die erste “richtige” Nähmaschine kam in meinen Besitz. Und so nähte auch ich für meine Kinder und zwar alles was die Burda-Hefte so hergaben… denn YouTube gab es ja noch nicht.  Als meine Jungs dann größer waren,  wurde ich wieder berufstätig und so geriet das Nähen immer mehr in den Hintergrund. Meine gute, alte Pfaff wurde nur noch selten aus dem Schrank geholt, meist um eine Kleinigkeit zu reparieren. Ja und das war es dann auch in den letzten 15 Jahren mit dem Nähen.

Aber wie gesagt dann kam Corona, ich denke keiner hätte es für möglich gehalten, dass 2020 mal eine Pandemie die Welt aus den Angeln hebt…

Nun gut, für meine alte Pfaff war es die Auferstehung aus dem Ruhestand. Als es im März 2020 hieß in Praxen und Altenheimen fehlt es an Behelfsmasken, habe ich nicht lange überlegt, ich habe meine Tisch- und Bettwäsche durchforstet und die ersten Masken genäht. Nach ein paar Tagen des alleine Nähens, habe ich meine beste Freundin Ingrit angehalten, mich doch bitte ein wenig zu unterstützen.
So nahm alles seinen Lauf. 
Ingrit, die zwar eine Nähmaschine besaß aber diese noch nie wirklich benutzt hatte, bekam von mir Einweisungen im Behelfsmasken nähen.  So saßen wir die erste Woche mit gebührendem Abstand in unserem Wohnzimmer, mit zwei alten Nähmaschinen die gar nicht wussten was ihnen auf einmal geschah. Uns so zickte zuerst Ingrits Maschine und eine Woche später verlor dann auch meine Paff den Kampf gegen Corona. Wir hatten den beiden alten Ladys wohl doch etwas zu viel zugemutet. 
Corona war bereits in Ostfriesland angekommen. Und so konnten und wollten Ingrit und ich und  nicht auf die Nähmaschinen verzichten… es mussten zwei neue Maschinen her. Unsere Aktion sprach sich dank Facebook schnell rum, und so nahm alles seinen Lauf. Wir bekamen viel Bett-und Tischwäsche gespendet und nähten daraus Behelfsmasken, die wir wiederum an Altenheime und Arztpraxen spendeten. 
Da mich das Gewusel im Wohnzimmer immer mehr störte,  zogen wir nun mit Sack und Pack in mein kleines Atelier, dass bis dahin ja nur meiner Malerei diente.
Die Nachfragen wurden immer mehr, wie gesagt, sehr viele Behelfsmasken haben wir genäht und gespendet… auch bei den ersten privaten Anfragen verschenkten wir die Behelfsmasken noch… aber wie es so oft im Leben ist, wird es schnell zur Selbstverständlichkeit, dass der Eine gibt und der Andere nur nimmt.  Nun ja, wer mich kennt, weiß, dass ich nicht lange meinen Mund halte… und so habe ich beschlossen, dass jede Behelfsmasken von uns nur gegen eine 5,- Spende für das Kinder-Hospiz abgegeben wird. 
Warum ein Kinderhospiz… ganz einfach. 
In dieser Zeit, wo alles nicht mehr so war, wie es sein sollte, hatten die Kinder im Hospiz und deren Eltern ein doppelt schweres Leid zu tragen.
Wir, die wir weitestgehend gesund sind, für uns würde das Leben nach Corona fast wie vorher sein. Aber die Kinder im Hospiz würden vielleicht kein, “nach Corona” mehr erleben. Die Eltern hatten jetzt durch den Lockdown nicht mal mehr die Möglichkeit ihren sterbenskranken Kindern den letzten Wunsch z.B. einen Ausflug in den Zoo oder eine Reise ans Meer zu ermöglichen. Der Gedanke machte mich traurig und ich hoffte durch unsere Spenden könnten wir vielleicht doch ein paar kleine Wünsche erfüllen.
Meine Idee wurde von Ingrit sofort unterstützt, und so haben wir eine Spendenaktion ins Leben gerufen…  was sich daraus entwickeln würde, damit hatten wir beide nicht gerechnet. Es wurde vorübergehend die “Coronahilfe Plaggenburg” gegründet mein Mann bastelte uns eine Internetseite und ab ging die Post…
Wir posteten unsere Idee bei Facebook und unsere Telefone liefen heiß, zumal es plötzlich die Behelfsmaskenpflicht gab…
Es war der Wahnsinn…
schon nach kurzer Zeit spendeten wir die ersten 500€ an das Kinderhospiz Joshua in WHV.  Die Spendenübergabe wurde bei Facebook gepostet…
so kamen weitere Anfragen. 
Es waren überwiegend positive Anfragen, aber es gibt ja immer ein paar Leute, die den Sinn und Zweck einer Spende nicht verstehen. Ich wurde von einem Arzt angesprochen, vorab sei gesagt, ich hatte ihm bereits für seine Mitarbeiterinnen 10 Behelfsmasken geschenkt. Er meinte er wollte unbedingt noch 10 dazu, da sie ja so toll wären –  allerdings nur gegen eine Spendenquittung. Ich hätte mich fast auf diesen Zirkus eingelassen, obwohl es sehr umständlich und aufwendig für uns und wohl auch für das Hospiz gewesen wäre. Aber dann, als der gute Herr Doktor auch noch meinte, den Betrag von 50 € würde er nur direkt an das Hospiz überweisen, und die Quittung solle ich ihm dann bringen. Da habe ich ihm kurz mitgeteilt, dass es bei Ingrit und mir nur eine Maske ohne Quittung gibt. Falls er unbedingt eine Quittung will, würde ihn natürlich niemand daran hindern eine Spende ans Hospiz zu tätigen, da bekäme er dann auch die Quittung,  nur in dem Fall gäbe es von uns eben keine Maske. Wir waren uns einig, wir wollten unsere Zeit lieber damit verbringen, zu helfen und Gutes tun, statt wegen 50€ so einen Aufwand zu betreiben, nur um dem Herrn Doktor steuerliche Vorteile zu verschaffen.
Tja, keine Ahnung ob er sich dazu durchgerungen hat was Gutes ohne Gegenleistung zu… ich vermute mal eher nicht. Wir nähten ihm jedenfalls keine Behelfsmasken…
Dann gab es da noch einen Unternehmer, der mich anschrieb, ob ich ihm 300 Behelfsmasken nähen könnte? Klar machen wir das. Wow – wir hörten schon die Spendenkasse klingeln, sahen wie sie immer voller wurde. Der Unternehmer freute sich…  “Sehr schön, dann 300 Stück, mit Spendenquittung und was kann man preislich noch machen?”

Mir fiel erst einmal die Kinnlade runter!

Hallo – wir nähen ehrenamtlich, was bitteschön sollen wir denn da am Preis machen??? Sollen wir noch unser Haushaltgeld dazu geben???
Ich wurde echt wütend, in dieser Nacht bekam ich kein Auge zu und ich schrieb meinen Frust in einem Brief auf, das musste sein, sonst wäre ich geplatzt. Und dann tat ich etwas, was ich sonst eher nicht mache, ich postete meinen Brief bei Facebook… 

Oh meine Güte, mir war nicht bewusst was ich damit lostrat. Viele konnten meine Wut verstehen und wollten uns unterstützen und bei uns eine Behelfsmaske gegen 5,- Spende ohne Spendenquittung bestellen.

Dieses wiederum machte eine Dame, die mich schon vorher wegen der Spendenaktion aufs Übelste beschimpfte, so richtig wütend. Sie beschimpfte mich als mediengeil, asozial usw.  Und das, weil ich auf die Spendenaktion bei Facebook aufmerksam machte,  sie war der Meinung ehrenamtliche Helfer würden so etwas nicht machen…. sie hatte wohl nicht verstanden, dass man ohne zu trommeln keine Spenden zusammen bekommt, nun ja, letzten Endes bin ich ihr dankbar, dass sie mich so runtergemacht hat, denn das hatte zur Folge, dass viele auf unsere Aktion aufmerksam wurden und sich uns verbunden fühlten und helfen wollten.  Was zu guter Letzt dazu führte, dass wir nach einigen Wochen den Hospizen WHV und Aurich noch weitere Spenden in Höhe von 1585€ übergeben konnten.
Wir waren mächtig stolz auf uns aber auch auf jeden Einzelnen, der uns bei der Spendenaktion unterstützt hat. 

Nochmal DANKE an euch alle!!!

Am Ende dieser Aktion haben wir insgesamt 2085€ gespendet!

Ein Beweis das “Gutes tun” so einfach sein kann und dafür lass ich mich dann auch mal beschimpfen.
Wir, Ingrit und ich hoffen,  dass wir vielleicht einigen Kindern, die vielleicht die Zeit nach Corona nicht mehr erleben werden, ein bisschen Freude schenken konnten.

Das war es Wert… ich (und ich denke auch Ingrit) würde es sofort wieder machen!! 

Nun war die Spendenaktion vorbei und dank Corona durfte man nicht raus, also blieb für Ingrit und mich das Nähen weiterhin ein angenehmer Zeitvertreib… die neuen Nähmaschinen hatten den Härtetest bestanden und dienen uns auch weiterhin fleißig bei unseren Nähprojekten.

Ja und so kam es, dass mein kleines Atelier zum Mal-und Nähatelier umfunktioniert wurde. Es hat dazu geführt, dass ich wieder mit Leidenschaft nähe, und male ja sowieso.

Und so wurde aus der  “Gezeitenmalerei”  und  “Watt’n Sturm” mein  kleines “Küstenatelier”

Ich weiß ja nicht ob es jemand wirklich bis hierher geschafft  hat, meine ausschweifende Vita zu lesen…
wenn ja, sage ich hier:
                                    “Danke
fürs Lesen und Besuchen meiner Seite!”

Bitte passt gut auf euch auf und bleibt alle gesund!!!

Birgit